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PURPOSE - DAS MIT DEM SINN...

Aktualisiert: 12. Jan. 2023


Sinnorientierung "purpose" zu haben ist modern und kommt immer öfter in der Unternehmenskultur vor. Auch wenn es jetzt (endlich) nahezu einen Hype darum gibt, einen Sinn zu erkennen in allem was man tut, neu ist das Alles nicht. Die Sinnorientierung ist ein stabiler und mächtiger Impulsgeber unserer Persönlichkeit - aus systemischer Sicht (Syst), ein wichtiger Faktor im "Menschsein". Das gilt für alle Lebensbelange, sowohl für die "WEG VON" als auch für die "HINZU" Bewegungen, für die wir uns entscheiden, und auch für die Erfüllung von Bedarf & Bedürfnissen bzw. auch das Aushalten von Leid. Viktor Frankl: "Was der Mensch im Stande ist alles auszuhalten, wenn er weiß wofür." Auch Antonovsky (Salutogenese) baute seine Forschung auf einem ähnlichen Menschenbild auf.

Eines der hervorstechenden und immens wichtigen Themen rund um die Idee einer sinnstiftenden Arbeit, ist das Wahrnehmen von Sinn: > Kannst Du Dir Sinn erdenken? > Mit welchem Organ wird Sinn wahrgenommen? > Wie spiegelt sich der Sinn in meiner Persönlichkeit? > Gibt es so etwas wie Sinnlosigkeit eigentlich?

Interessante Fragen die uns beschäftigen. Die Antworten werden stark vom dahinter liegenden Menschenbild abhängig sein, und somit von den eigenen Erfahrungen mit diesem Thema.


"Sinn von Arbeit" oder "Der Sinn der Arbeit"

Was auf dem ersten Blick als gleich erscheint, beinhaltet jedoch unterschiedliche Blickrichtungen.

Syst: Arbeit kann und wird grundsätzlich als

"etwas Sinnvolles" wahrgenommen,

als ein wichtiger Beitrag zum Gelingen von Gesellschaft

und ein Faktor zur Entfaltung des Menschen mit all

seinen Fähigkeiten und Talenten.

Das war nicht immer so. Blickt man zurück so hat sich die Haltung zur Arbeit und deren Sinn gewandelt. Die Zeit als Arbeit von Sklaven verrichtet werden musste, ist nicht lange her, obgleich die Geschichte dieser Art von Arbeitshaltung lange zurück reicht. Ganze Kulturen fanden es nicht sinnvoll Arbeit zu leisten, die unterprivilegierte Menschen tun können (die Römer zum Beispiel waren da ganz weit vorne mit dabei). Menschen und Gesellschaft sind in ständiger Veränderung, während in der Antike und im Mittelalter eine Kultur der #Dependenz gelebt wurde, in der man von allen möglichen "Herrschaft-Schichten" im wahrsten Sinn des Wortes beherrscht wurde, in der ein "Leibeigener" weniger Wert war als ein gesundes Pferd, >>Arbeiten um zu überleben! Diese Idee des Zusammenlebens veränderte sich in der Renaissance massiv. Pest sei Dank, erkannte man das der Adel und sogar der allmächtige Klerus nicht vor dem Virus sicher waren. Diese Gesellschaftsgruppen waren eben auch "nur" Menschen und nicht, wie im damals vorherrschenden mindset üblich, von Gott gewollte Übermenschen. Mit dem Wiedererwachen (renaissance) einer anderen, nennen wir es Lebensenergie, kam es auch zu einer Veränderung des "Sinnerlebens". Laut V. Frankl ist das Sinnerleben ein höchst individuelles und subjektives Ereignis und nicht verallgemeinert werden kann. Die Erfindung des Buchdruckes und die rasante Verbreitung von "Bildung" in eine breitere Masse der Gesellschaft, machten eine Entwicklung möglich in der plötzlich andere Fragen gestellt wurden, anstatt oder zusätzlich zur Idee des Überlebens.

Die Idee einer sinnvollen Tätigkeit und eine Veränderung der Kultur lässt sich in vielen Bereichen der damaligen Zeit erkennen.

Selbstverständlich kamen in weitere Folge der Jahrhunderte auch weitere Ereignisse hinzu, die eine Folge von Veränderungen waren und selbst Veränderung brachten (heliozentrisches Weltbild, industrielle Revolution, die epochalen Zäsuren der Weltkriege, um nur Einige zu nennen).

Was früher den Philosophen und Denkern der Zeit vorbehalten war, hat Einzug gehalten in unsere Auseinandersetzung bzw. Beschäftigung mit uns selbst. Nach wie vor gibt es auch die Idee von Arbeiten um zu Leben, in Zeiten des installierten Sozialstaates, gewinnt die Frage nach der sinnvollen Tätigkeit immer mehr an Bedeutung. Aus systemischer Sicht erfüllen wir damit immer mehr das Prinzip keine Funktion im System zu haben ohne den Bedarf dazu.

Syst: Für jede Funktion braucht es

den Bedarf des übergeordneten Systems

- Erfüllung einer Sinnhaftigkeit (u.a.).


Klingt einfach und logisch ist aber bei weitem nicht überall etabliert, auch weil das Bewusstsein dafür fehlt, woher man den Sinn und Zweck bezieht bzw. worauf man sich dabei bezieht. >> Sinnorientierung lebt nicht aus sich selbst heraus, sondern bezieht sich immer auf etwas oder jemanden.


Sinnorientierung und Resilienz

Die Resilienz ist aus systemischer Sicht unter anderem von der Wahrnehmung bzw. dem Bewusstsein von Sinnhaftigkeit, der Funktion die man einnimmt und der daraus abgeleiteten Tätigkeiten abhängig. Menschen die das Gefühl haben eine sinnvolle Tätigkeit zu verrichten, sind agiler im Umgang mit täglichen Herausforderungen, und glaubt man verschiedenen Studien auch gesünder.

Dies gilt sowohl für einzelne Personen als auch für die jeweiligen units der Menschen angehören. Die Größe spielt dabei keine explizite Rolle.

Befragt man Menschen zum Sinn der eigenen Arbeit, betonen praktisch alle die Wichtigkeit von Sinnorientierung. Worauf sich diese bezieht ist jedoch sehr unterschiedlich und ist geprägt von der Reifeentwicklung (read more about>>) innerhalb des Systems.

ICH

Eine Mehrheit bezieht sich auf die eigene Person: "... es muss für mich einen Sinn haben....",

"...wenn´s kan Sinn mocht fir mi, bin i wieda weg...",

"... das ist so sinnlos, das bringt mir gar nichts, was ich hier mache...".

Die Fokussierung auf die eigene Person ist ein Zeichen der Zeit in der sich große Teile der Gesellschaft befinden - Independenz bzw. Individualisierung

Syst: Mitarbeiter die sich in deren dependenten Phase Ihres Entwicklungsprozesses befinden, erlangen die Sinnorientierung für das System, über die direkten Vorgesetzten (Alignment).


UNIT

Weitaus weniger Mitarbeiter besinnen sich bei Befragungen darauf, dass "es" auch für deren units denen sie angehören sinnvoll sein muss, welche Aufgabe sie im Rahmen des Unternehmens erfüllen. Die Antworten sind weitab von reinen Beschreibungen der jeweiligen Tätigkeiten. Sinnorientierung ist eine wesentlich höhere Ebene als die Verhaltensebene. Bezogen auf die Reifeentwicklung beschreiben Menschen die der Independenzphase entkommen" sind, und den "Tellerrand" bereits sehen. Über den selbigen hinaus blicken gelingt erst später in der Phase der Interdependenz.


COMPANY

Ein verschwindend kleiner Anteil von Befragten, hatte eine explizite Kenntnis vom Sinn und Zweck des Unternehmens für das sie arbeiten.

>Immer wieder gab und gibt es Studien, die belegen das in etwa 75% der Menschen in größeren Unternehmen den SInn & Zweck der Firma für dei sie arbeiten und ihrer Arbeit die sie verrichten, nicht kennen. Die Rate hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht wesentlich verändert, und ist auch eine kennzeichnende Größe des "great resignation" Welle, die gerade von den USA ausgehend, stattfindet.<

Das Unternehmen für das man arbeitet als ein wichtiges "Mitglied" , als ein Teil einer übergeordneten Gesellschaft zu sehen, wird mittlerweile zwar leichter verstanden bzw. akzeptiert, der Blick über den Tellerrand hinaus, die Einnahme der Metaperspektive, also die Antworten auf Fragen wie, was denn das für das Unternehmen und die Erfüllung von Sinn und Zweck bedeuten kann, gelingt jedoch nur wenigen MitarbeiterInnen. Genau genommen nicht mal allen Führungskräften...


SOCIETY

Aus systemischer Sicht sind das äußerst wichtige Hinweise:

- um die Gesellschaft und das Verhalten von Menschen besser zu verstehen,

- um die Wirkmechanismen in Unternehmen zu erfassen,

- und die Maßnahmen darauf abzustimmen, und den wirksamsten Hebel für Veränderungen zu finden.



FIND IT - DEFINE IT!

Es ist also jedem System zu empfehlen, das Bewusstsein für die Sinnorientierung zu fördern. Das ist eine der wichtigsten Energiequellen die wir sowohl als Individuen als auch soziale Wesen besitzen. Sinn kann man sich nicht erdenken, es gibt auch kein Organ dass Sinn wahrnehmen kann.


Wie kommt man dann zur Idee von Sinn in der Tätigkeit? Sinnhaftigkeit entsteht, wenn man eine stabile Bezugsgröße wählt auf die sich das eigene Bemühen ausrichtet. Es muss sich lohnen. Es muss sich weitab von einer materiell/finanziell lohnenden Größe ergeben dürfen.

Der Beitrag den eine Organisation oder Person als Teil der Gesellschaft für die Gesellschaft zu leisten vermag, ist es Wert zu erforschen und heraus zu finden.

Ab der Reifestufe der Intradependenz bekommen wir das hin uns so auszurichten. Das Sinnempfinden verändert sich massiv zu einem proaktiven HINZU Bewusstsein.

Sich dieser zu entziehen macht es schwieriger sich (intrinsisch) zu motivieren, und sehr schwierig eine extrinsische Motivationskultur zu etablieren.

Intrinsische Motivation ist direkt proportional zum authentischen Sinnempfinden und somit wesentlich wichtiger, weil auch dauerhafter.


Wie sonst hätten Frankl und Antonovsky die Konzentrationslager mit unter 40kg Körpergewicht überleben können...?



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