GLOSSAR: "CSR & NACHHALTIGKEIT"
WISSEN MACHT DEN UNTERSCHIED

Die Themen CSR &  NACHHALTIGKEIT sind mittlerweile sehr umfangreich und erreichen jeden unserer Lebensbereiche. Die Vielfalt der Begriffe wächst beinahe täglich, und auch deren Bedeutungen sind manchmal einem Wandel unterzogen. So wächst auch diese Liste täglich, und die aus unserer Sicht wichtigsten Begriffe sollen hier so kurz als möglich für Sie erklärt sein. Eine weitere Informationsquelle zur Vertiefung: Lexikon der Nachhaltigkeit go to >>

Biodiversität

„Vielfalt des Lebens“ oder auch Artenvielfalt genannt. Damit ist neben der Vielfalt der Ökosysteme auf der Erde auch die genetische Vielfalt innerhalb der biologischen Arten und Populationen sowie der Artenreichtum in einem bestimmten Lebensraum gemeint. Die unternehmerische Verantwortung in Bezug auf Biodiversität wird unter dem Aspekt des Artensterbens diskutiert, das u. a. durch Einflüsse von Menschen und Unternehmen verursacht wird.

BIOKAPAZITÄT

Biokapazität bezeichnet die Fähigkeit von Flächen, für den Menschen biologisch nutzbringendes Material zu produzieren, und von Menschen produzierten Abfall unter heutigen Bedingungen aufzunehmen. Was als nutzbringend angesehen wird, kann sich von Jahr zu Jahr ändern. Die Biokapazität einer Fläche wird berechnet, indem man die tatsächlich vorhandene Fläche mit dem Erntefaktor und dem adäquaten Äquivalenzfaktor multipliziert. Sie wird in Global-Hektar angegeben.

Bioproduktive Flächen sind Land- und Wasserflächen, wenn sie durch erhebliche Photosyntheseaktivitäten und Produktion von Biomasse für den Menschen nutzbar sind. Die Gesamtfläche der bioproduktiven Land- und Wasserflächen summierte sich 2013 auf etwa 12 Milliarden Hektar. Dazu gehören:

    • Waldfläche für Bauholz, Brennholz, Tischlerei und Fasern.
    • Acker- und Wiesenfläche für Nahrungsmittel und Agro Energie.
    • Wasserfläche für Fischerei (Fischgründe).
    • Energieland vor allem für die Speicherung des Kohlenstoffdioxids aus der Verbrennung von Energieträgern.
    • Bebautes Land für Siedlungen und Infrastruktur. 

Das Ressourcenangebot, also die Biokapazität, wird mit dem Ressourcenverbrauch, dem Ökologischen Fußabdruck – Footprint verrechnet.

Diversity

Diversity, beschreibt den Respekt für die Individualität von Menschen und deren positive Wertschätzung in einem Unternehmen. So soll Diskriminierung verhindert, Chancengleichheit gefördert und eine positive Arbeitsatmosphäre geschaffen werden. Unter Vielfalt sind neben äußerlichen Merkmalen (wie z. B. Geschlecht, Hautfarbe, Alter, Behinderung) ebenso auch individuelle Orientierungen (z. B. Religion, sexuelle Orientierung, Lebensstil) zu verstehen. Eine Unternehmenskultur der Diversity fördert die Chancengleichheit und verbessert so die Kompetenzen des Unternehmens, denn durch die Vielfalt in der Belegschaft kann die Problemlösungskompetenz erhöht, die Wettbewerbssituation verbessert und die Unternehmensattraktivität für potenzielle Mitarbeiter gesteigert werden.

Carbon Disclosure Project (CDP)

Carbon Disclosure Project (CDP) ist die weltgrößte Non-Profit-Organisation, die als Investoreninitiative 2000 gegründet wurde. So sollen die Auswirkungen des weltweiten Klimawandels auf Unternehmen besser bewertet werden können und die sich daraus ergebenden Risiken (Investitionen, Cashflow, etc.) besser abgeschätzt werden können. Jährlich erhebt das CDP im Auftrag von Investoren und mithilfe standardisierter Fragebögen Daten und Auskünfte zu Klimarisiken, CO2-Emissionen, Reduktionsstrategien und –zielen der teilnehmenden Unternehmen.

Carbon Footprint

Der CO2-Fußabdruck (Carbon Footprint) misst die Menge an CO2-Emissionen, die ein Produkt (Product Carbon Footprint) im seinem Lebenszyklus, ein Mensch oder ein Unternehmen in einer bestimmten Zeit verursacht. Bei einem großen Fußabdruck werden überdurchschnittlich viele Emissionen verursacht; ein kleiner Fußabdruck hingegen impliziert ein klimafreundliches Leben und Wirtschaften. Zur Berechnung der Klimabilanz sind Angaben zum Stromverbrauch, Heizbedarf, Konsumverhalten, Essgewohnheiten und Transport erforderlich. Der Carbon Footprint ist ein Instrument , um die Klimawirksamkeit von Waren und Dienstleistungen zu bestimmen, zu bewerten und zu kommunizieren. CO2 dient hierbei als Referenz. Der Carbon Footprint wird in CO2-Equivalenten (CO2-e) gemessen.

Corporate Governance (CG)

Corporate Governance sind „Grundsätze verantwortungsvoller Unternehmensführung und Unternehmensüberwachung“, die zur Sicherung und Steigerung des Unternehmenswertes durch die Gewährleistung einer unabhängigen, wert- und erfolgsorientierten Unternehmensführung führen. Insbesondere geht es um die Entscheidungsmaßstäbe und Verhaltenspflichten für Unternehmensorgane (z.B. Geschäftsführung, Beirat, etc.), die Implementierung dieser Organe in Unternehmensstrukturen und die Beziehung der Unternehmen zu ihren Anteilseignern und Stakeholdern.

Corporate Social Responsibilty - CSR

Corporate Social Responsibility ist die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen und Organisationen. CSR beschreibt die Verantwortung in den drei Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales, damit ein Beitrag zu einer dauerhaft zukunftsfähigen Gesellschaft geleistet wird. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, wird ein ständiger Austausch mit den relevanten Anspruchsgruppen bzw. den Stakeholdern und dem Unternehmen gefordert. CSR ist „die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“. Um diesem gerecht zu werden, soll ein Verfahren genutzt werden, „mit dem soziale, ökologische, ethische, Menschenrechts- und Verbraucherbelange in enger Zusammenarbeit mit den Stakeholdern in die Betriebsführung und in die Kernstrategie integriert werden.“ (EU-Kommissionsmitteilung 2011). Dies wurde 2014 durch eine EU-Richtlinie verbindlich geregelt

Due Diligence

Allgemein wird darunter die sorgfältige Analyse, Prüfung und Bewertung eines Objektes im Rahmen einer beabsichtigten geschäftlichen Transaktion, insbesondere jedoch im Zusammenhang mit Unternehmenskäufen verstanden. Es handelt sich also um die Beschaffung und Aufarbeitung von Informationen im Sinne einer Kauf- oder Übernahmeprüfung. Ziel des Verfahrens ist das Aufdecken verborgener Chancen und Risiken beim Zielunternehmen zur Verbesserung der Qualität der Entscheidung und zur Erhöhung der Genauigkeit der Wertermittlung aufgrund des verbesserten Informationsstandes.

Eco-Management and Audit Scheme (EMAS)

EMAS wurde 1993 von der Europäischen Gemeinschaft für das freiwillige Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung entwickelt. Es unterstützt Unternehmen dabei, ihre Umweltleistung zu verbessern und Umweltschutzmaßnahmen zu planen. Relevante Daten und Fakten zur Umweltleistung werden in einer Umwelterklärung veröffentlicht. Wird diese Erklärung durch einen unabhängigen Gutachter geprüft und validiert, erhält das Unternehmen eine Registrierung und darf das EMAS-Logo zur Kommunikation nutzen. Der Aufbau eines Umweltmanagementsystems und die Abläufe entsprechen seit 2001 auch bei EMAS der ISO 14001.

Earth overshoot day

2019 – 29.07.

Am 29. Juli wurde das Jahresbudget für 2019 aufgebraucht. Ab diesem Datum werden mehr Ressourcen verbraucht als sich im gleichen Jahr wieder neu bilden können. Die Menschheit lebt also ab diesem Termin bis zum Jahresende auf Pump, da sie nun das Naturkapital aufzehrt, statt sich mit den Zinserträgen zufrieden zu geben. Im Deutschen wird der Earth Overshoot Day als Welterschöpfungstag oder Erdüberlastungstag bezeichnet.

Das Konzept des Earth Overshoot Day wurde von der englischen NGO “New Economics Foundation” (NEF) im Jahr 2007 entwickelt und wird seitdem alljährlich berechnet. Die Berechnung erfolgt aufgrund der besten verfügbaren statistischen Daten auf globaler Ebene. Auf der Bevölkerungs- und Konsumentwicklung und der Wechselwirkung zwischen der Entwicklung des globalen BIP und dem globalen Ressourcenbedarf sowie einer Abschätzung des global verfügbaren Biokapazität.

Earth Overshoot Day = Biokapazität / Ökologischer Fußabdruck x 365

Da weder die Bestimmung der global verfügbaren Biokapazität noch die Messung des Footprints mit wissenschaftlicher Genauigkeit möglich ist, kommt es bei der Abschätzung des Datum zu Schwankungen. Die Tendenz ist jedoch eindeutig: Wir übernutzen unseren Planeten.  Weitere, anschauliche (z.Bsp. Wie die sich Biokapazität und Footprint in den einzelnen Ländern entwickelt haben) Informationen auf - www.plattform-footprint.de

Emissionen

Emissionen sind feste, flüssige oder gasförmige Stoffe, Strahlen, Wärme oder auch Erschütterungen und Schall. Sie werden von einer bestimmten Quelle in die Umwelt abgegeben. Meistens haben sie einen negativen Einfluss auf Umwelt und/oder Menschen (z.B. Rußpartikel, Feinstaub, radioaktive Strahlung, Toxine etc.). Besonders oft wird über die Treibhausgas-Emissionen, u.a. CO2, aufgrund des negativen Einflusses auf das Klima, diskutiert. Unternehmen sollten daher jede Art von Emissionen, die durch Produktions- und Transportprozesse sowie während der Produktnutzungsphase verursacht werden, vermeiden bzw. minimieren, um negative Auswirkungen auf Mensch und Natur zu verhindern.

Footprintrechner

Hier können wir unseren persönlichen Footprint errechnen: www.footprintcalculator.org

DARUM GEHT ES

Wenn man die 12 Milliarden Hektar bioproduktive Fläche gleichmäßig auf die Weltbevölkerung, ca. 7,6 Milliarden Menschen, verteilen würde, dann stünden jedem Menschen auf der Erde gerechterweise 1,6 ha zur Verfügung. Allerdings sollten wir für wilde Tiere und Pflanzen Fläche reservieren, damit die Ökosystem noch funktionieren können, denn diese bieten uns dringend benötigte Leistungen, wie sauberes Wasser oder saubere Luft. Wie groß diese Fläche sein sollte, lässt sich schlecht wissenschaftlich begründen. Es gibt Wissenschaftler, die 15-20 % für ausreichend halten, andere würden 50% für die Natur reservieren. Zieht man 15 % von den 1,6 ha ab, die jedem Menschen zustehen würden, verblieben also pro ErdenbürgerIn noch 1,4 ha, um darauf beispielsweise Trinkwasser, Nahrung, Fasern für Kleidung, Baustoffe zu gewinnen und Abfallstoffe zu lagern und wieder umwandeln zu lassen.

Ökologischer Fußabdruck pro Kopf: Daten aus 2013  (Quelle: Global Footprint Network Data Explorer).
Deutschland  5,5 gha
Österreich     6,1 gha
Schweiz        5,3 gha 
Das ist mehr als das dreifache dessen, was uns fairerweise zusteht.

Zum Berechnen des Footprints einer Person wird der persönliche Ressourcenverbrauch in den vier Kategorien Wohnen, Mobilität, Ernährung und Konsum erfasst. Hinzu kommt der Graue Footprint, der Ressourcenverbrauch der Gesellschaft, der gleichmäßig auf alle BürgerInnen verteilt wird.

Österreichischer Footprintrechner - Lebensministerium go to >>
Sehr detailliert - der Footprintrechner des Global Footprint Networks go to >> (in Englisch, Französisch, Italienisch & Spanisch). Bevor du ihn nutzen kannst, musst du dich allerdings (kostenlos) mit deiner E-Mail-Adresse oder über deinen Facebook-Account einloggen.

Global hektar - gha

Der Global-Hektar (gha), ist die Maßzahl für die Biokapazität und den Ökologischen Fußabdruck. Er berücksichtigt, dass die verschiedenen bioproduktiven Flächenkategorien (Wald- , Weide-, Acker-, Wasser-, Siedlungs- und Energiefläche) der Erde pro Hektar unterschiedlich viel Ressourcen zur Verfügung stellen können. Der Global-Hektar ist der Durchschnittswert der weltweiten biologischen Produktivität pro Hektar in einem Jahr. Diese Vereinheitlichung wird durch die zwei Umrechnungsfaktoren Äquivalenzfaktor und Erntefaktor ermöglicht.

Der Äquivalenzfaktor beruht auf der Schätzungen der maximalen landwirtschaftlichen Produktivität. Er stellt das Produktionspotenzial einer bioproduktiven Fläche ins Verhältnis zur durchschnittlichen Bioproduktivität aller Flächen. Zum Beispiel ist die Produktivität eines Hektars Fläche der Kategorie “Ackerfläche” mit 2,21 im Durchschnitt doppelt so hoch wie die Produktivität eines durchschnittlichen Hektars aller Flächenkategorien. Für Weideland dagegen beträgt der Äquivalenzfaktor 0,48.

Der Erntefaktor korrigiert die regionalen Unterschiede der Produktivität innerhalb einer Flächenkategorie. So ist ein Hektar Ackerfläche in Deutschland ertragreicher als ein Hektar Ackerfläche in den Savannenregionen Afrikas. Da Ackerland in Deutschland etwa doppelt so ertragreich ist wie Ackerland im weltweiten Durchschnitt, betrug beispielsweise im Jahr 2008 der Erntefaktor für Ackerland in Deutschland  2,5.

Ein Hektar Ackerland in Deutschland entspricht somit 5,5 gha. Da sich die Werte für die Äquivalenzfaktoren und die Erntefaktoren von Jahr zu Jahr leicht ändert, verschieben sich entsprechend auch die Werte für einen globalen Hektar und damit die weltweite Biokapazität.

Global Reporting Initiative (GRI)

Die Global Reporting Initiative (GRI) ist eine internationale unabhängige Organisation, die 1997 gegründet wurde. Sie erarbeitet Richtlinien für die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten. Durch den GRI-Leitfaden sollen Nachhaltigkeitsberichte vollständiger, transparenter, glaubwürdiger und vergleichbarer werden. Der GRI-Standard wird kontinuierlich weiterentwickelt und bezieht dabei relevante Stakeholder (u. a. Firmen, Menschenrechts-, Umwelt-, Arbeits- und staatliche Organisationen) mit ein. Ab 2016 gelten die neuen GRI 4–Leitlinien.

ISO 26000

Die ISO 26000 ist ein Leitfaden zur Unterstützung von Unternehmen, um CSR und Nachhaltigkeit in Unternehmen zu etablieren. Sie bietet seit 2010 als internationale Norm eine Orientierung und ist nicht zertifizierbar. Sie behandelt folgende Kernthemen: Organisationsführung, Menschenrechte, Arbeitspraktiken, Umwelt, faire Betriebs- und Geschäftspraktiken, Konsumentenanliegen und die Einbindung und Entwicklung der Gemeinschaft.

Klimaneutralität / Kompensation

Wenn eine Sache emissionsfrei produziert, genutzt oder entsorgt wurde oder die entstandenen Emissionen an anderer Stelle eingespart werden, wird dies klimaneutral genannt. Unternehmen, Prozesse oder Produkte werden als klimaneutral bezeichnet, wenn deren Treibhausgasemissionen berechnet und durch Ausgleichszahlungen, die den Klimaschutz unterstützen, ausgeglichen werden. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass eine CO2–Reduktion einer Kompensation vorzuziehen ist.

Kreislaufwirtschaft

Eine Kreislaufwirtschaft (engl. circular economy) ist ein regeneratives System, in dem Ressourceneinsatz und Abfallproduktion, Emissionen und Energieverschwendung durch das Verlangsamen, Verringern und Schließen von Energie- und Materialkreisläufen minimiert werden; dies kann durch langlebige Konstruktion, Instandhaltung, Reparatur, Wiederverwendung, Remanufacturing, Refurbishing und Recycling erzielt werden. Damit kommt dem Recycling von Gütern, bei dem u. a. Abfallprodukte als Sekundärrohstoffe wiederverwertet werden, eine Schlüsselfunktion bei der Erreichung einer Kreislaufwirtschaft zu.

Das Gegenteil zur Kreislaufwirtschaft wird zumeist Linearwirtschaft (auch „Wegwerfwirtschaft“) genannt; es ist das derzeit vorherrschende Prinzip der industriellen Produktion. Dabei wird ein Großteil der eingesetzten Rohstoffe nach der jeweiligen Nutzungsdauer der Produkte deponiert oder verbrannt; nur ein geringer Anteil wird einer Wiederverwendung zugeführt.

Lebenszyklusanalyse (auch: Ökobilanz)

Bei der Lebenszyklusanalyse werden alle Umweltaspekte ermittelt. Angefangen bei der Rohstoffgewinnung über alle Stationen des Produktlebenszyklus wie Design und Verarbeitung, Distribution und Nutzung des Produktes bis hin zu Recycling und Entsorgung. Durch die stetige Überprüfung und Verbesserung von Abläufen damit wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekt berücksichtigt werden. Verantwortungsvolle Unternehmensführung zeichnet sich dadurch aus, dass ein Unternehmen auch die Auswirkungen vor- und nachgelagerter Prozesse in die Analyse einbezieht.

Lifestyle of Health and Sustainability (LOHAS)

Die LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) sind eine Verbrauchergruppe, die einen besonderen Wert auf Gesundheit und Nachhaltigkeit legt. Die Kaufentscheidungen werden bewusst entsprechend dieser Kriterien ausrichtet und prägen diesen Lebensstil. Für LOHAS sind Genuss und Werte wie beispielsweise Transparenz, Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Moral, Tradition und Ganzheitlichkeit besonders wichtig. Die bewussten LOHAS Konsumenten haben durch ihre Nachfragemacht einen großen Einfluss auf verantwortliche Unternehmenspolitik und Produkte.

Menschenrechte

Menschenrechte sind unveräußerliche Rechte, die für alle Menschen unabhängig von ihrer Nationalität, ihrem Geschlecht, ihrer Religion oder irgendeinem anderen Status gelten. Diese Rechte wurden 1948 in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (UN) festgeschrieben. Regierungen und Staaten sind nicht nur dazu verpflichtet, Menschenrechte wie das Verbot von Folter oder Sklaverei zu respektieren, sondern sich auch für deren Einhaltung aktiv einzusetzen.

Nachhaltigkeit / Sustainability

Der Begriff Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft: „Schlage nur so viel Holz, wie der Wald verkraften kann, so viel Holz, wie nachwachsen kann.“ (H.C. v. Carlowitz, 1713). Das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung wurde 1987 im Brundtland-Bericht der UN vor dem Hintergrund der Generationengerechtigkeit definiert, „die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne dabei die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen zu beeinträchtigen.“ Dieser ursprünglichen Bedeutung fügt die Agenda 21 der UN die soziale Dimension hinzu. Aus den drei Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales leitet sich das sogenannte „Drei-Säulen-Modell“ der Nachhaltigkeit ab. Im Idealfall gibt es drei gleichgewichtete Dimensionen als solide Basis für eine zukunftsfähige, langfristige Entwicklung. Unternehmen haben für alle diese Dimensionen eine besondere Verantwortung, damit durch nachhaltiges Wirtschaften die Grundlagen einer zukunftsfähigen Gesellschaft geschaffen und bewahrt werden können.

Nachhaltigkeitsbericht

Der Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert das soziale Engagement und die ökologischen Kennziffern eines Unternehmens oder einer Organisationen im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung. Er ist eine Weiterentwicklung des Umweltberichts, wie er in den 1990er-Jahren von vielen Unternehmen veröffentlicht wurde. Er ist neben dem Geschäftsbericht ein wichtiger Teil der Unternehmenskommunikation und sorgt für Transparenz gegenüber der interessierten Öffentlichkeit. Er erscheint meist jährlich und gibt in gedruckter oder digitaler Form über die Fortschritte in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales Auskunft.

Nicht-Regierungsorganisation / Non Goverment Organisation - NGO

Eine Nicht-Regierungs-Organisation - NGO ist eine Organisation der Zivilgesellschaft. Sie ist eigenständig und unabhängig von staatlichen oder parteilichen Institutionen und setzt sich für soziale, ökologische oder ökonomische Interessen ein. Dies sind Vereine mit anerkannter Gemeinnützigkeit wie z. B. Sportvereine, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände oder Bürgerinitiativen. Nicht-Regierungsorganisationen sind wichtige Anspruchsgruppen/Stakeholder für Unternehmen und staatliche Institutionen.

OECD Leitsätze für multinationale Unternehmen

Die Organization for Economic Co-Operation and Development (OECD) (dt.: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) mit Sitz in Paris, setzt sich für die Förderung eines langfristig angelegten, nachhaltigen Wirtschaftswachstums, Arbeitsplätzen sowie des Welthandels ein. Die OECD Leitsätze für multinationale Unternehmen sind Grundsätze für ein verantwortungsvolles und dem geltenden Recht entsprechendes, unternehmerisches Verhalten bei Auslandsinvestitionen. Sie sind freiwillig und haben keine rechtliche Verbindlichkeit. Die Regierungen sollen die Einhaltung dieser Leitsätze fördern. Bei Verstößen kann eine nationale Beschwerdestelle angerufen werden. Diese ist in Deutschland beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie angesiedelt.

Overshoot

Als Overshoot bezeichnet man den Fehlbetrag zwischen der Biokapazität und dem Ökologischen Fußabdruck – Footprint. Verglichen mit einem Buchhaltungssystem, wäre das der den Fehlbetrag zwischen Kapital und Ausgaben, mit anderen Worten: die Schulden.

Das Global Footprint Network - GFN berechnet in jedem Jahr die auf der Erde verfügbare Biokapazität und stellt sie dem Ökologischen Fußabdruck – Footprint gegenüber. Ist der Footprint größer als die Biokapazität, dann spricht man von einem Overshoot, also einer globalen ökologischen Überschuldung. Zurzeit beansprucht die Menschheit bereits soviel Ressourcen, dass es fast 2 Planeten Erde bedürfte, um diese zur Verfügung zu stellen.

Ökoeffizienz

Ökoeffizienz stellt den wirtschaftlichen Wert eines Produktes ins Verhältnis zu seinen Umweltauswirkungen. Dabei wird der gesamte Lebenszyklus eines Produktes betrachtet. Von der Herstellung, dem Gebrauch und der Entsorgung des Produktes sollen Material- und Energieverbrauch sowie der Schadstoffausstoß so gering wie möglich gehalten werden. Die Recyclingfähigkeit und der Einsatz wiederverwendeter Materialien sollen dagegen gesteigert werden. Mit der Steigerung der Ökoeffizienz soll auch die Umweltverträglichkeit gesteigert werden.

Ökologischer Fußabdruck

Eine Kennzahl, die das Flächenäquivalent beziffert, die ein Mensch für seinen dauerhaften Lebensstandard an Ressourcen benötigt. Schon heute reicht die Fläche nicht mehr aus, um der derzeitigen Weltbevölkerung einen westlichen Lebensstandard zu ermöglichen.

Siehe auch: FOOTPRINTRECHNER

Philantropie

Unter Philanthropie versteht man ein menschenfreundliches Denken und Verhalten. Als Motiv wird manchmal eine die gesamte Menschheit umfassende Liebe genannt, die „allgemeine Menschenliebe“. Materiell äußert sich diese Einstellung in der Förderung Unterstützungsbedürftiger, die nicht zum Kreis der Verwandten und Freunde des Philanthropen zählen, oder von Einrichtungen, die dem Gemeinwohl dienen. Das Bild der Philanthropie prägen vor allem in großem Stil durchgeführte Aktionen sehr reicher Personen.

Produktverantwortung

Produktverantwortung ist die Pflicht von Unternehmen, Verantwortung für ihre eigenen Produkte zu übernehmen. Die negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen bei der Beschaffung der Rohstoffe, im Herstellungsprozess, beim Transport, der Nutzung und der Verwertung sind hier zu berücksichtigen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher sollen bei bei der Produktnutzung nicht zu Schaden kommen. Der Begriff wurde zum Produktlebenszyklus erweitert. Schon bei der Produktentwicklung soll auf eine ressourcenschonende Herstellung sowie auf die Recyclingfähigkeit geachtet werden, damit das Produkt nach der Nutzung entsprechend umweltverträglich verwertet werden kann. Die Produktverantwortung umfasst auch die Zulieferbetriebe, damit bei Lieferanten ebenfalls Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden.

Sustainable Development Goals - SDG

Die Vereinten Nationen haben im September 2015 die sogenannte Agenda 2030 – „Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ – beschlossen. Dazu gehören unter anderem die neuen Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), die neben der Bekämpfung von Hunger und Armut sowie der Forderung nach Bildung und Gesundheit für alle auch ein menschenwürdiges Leben innerhalb der planetaren Grenzen zum Ziel haben.
Anders als die 2015 ausgelaufenen Millenniumentwicklungsziele(MDGs) nehmen die SDGs alle Staaten in den Blick in Bezug auf eine zukunftsfähige Entwicklung. Diese globalen nachhaltigen Entwicklungsziele wollen dem politischen Handeln weltweit in allen Bereichen für die kommenden Jahrzehnte einen neuen Rahmen bieten.

SDG 1- keine Armut

Heute leben etwa 700 Millionen Menschen in „extremer Armut“. Laut der Weltbank gilt ein Mensch als extrem arm, sobald ihm weniger als 1,9 Dollar pro Tag zur Verfügung stehen. Auf der Welt leben etwa 7,4 Milliarden Menschen – fast jeder zehnte Mensch ist also betroffen. In Europa lebt niemand offiziell in extremer Armut, obwohl es auch bei uns große Einkommens- und Zufriedenheits-Unterschiede gibt. Das Ziel der UN ist, die Armut bis 2030 mindestens um die Hälfte zu senken, Sozialschutzsysteme und politische Maßnahmen gegen Armut zu fördern und jedem ein Recht auf wirtschaftliche Ressourcen zu ermöglichen. Die Definition von Armut gemessen an Geld ist kritisch zu sehen, denn sie vernachlässigt Aspekte wie soziale oder kulturelle Armut und den Ausschluss von gesellschaftlicher Teilhabe.

SDG 2 - Kein Hunger

In vielen Ländern finden wir Lebensmittel im Supermarktregal im Überfluss. Auf der Welt leiden jedoch fast 800 Millionen Menschen an Unterernährung, am meisten sind Frauen und Kinder betroffen. Noch mehr Menschen leiden an Mangelernährung, das heißt ihnen fehlen bestimmte Nahrungsstoffe wie z. B. Eisen oder Vitamine. Die UN möchte den Hunger auf der Welt bis 2030 beenden, dafür fordert die UN die Verdopplung der Lebensmittelproduktion und eine Senkung der Lebensmittelverschwendung. Dabei soll besonders auf eine nachhaltige Landwirtschaft, den Erhalt der Biodiversität und faireren Handel geachtet werden.

SDG 3 - Gesundheit und Wohlergehen

Die Fortschritte in der Medizin sind beachtlich und trotzdem haben weltweit viele Menschen keinen Zugang zu medizinischer Grundversorgung. Jährlich sterben Millionen an vermeidbaren Krankheiten wie Malaria und Tuberkulose. Darum fördert die UN eine weltweite Verbesserung des Gesundheitssystems. In den Ländern des Globalen Südens soll der Zugang zu Medikamenten, Impfungen, sexueller Aufklärung und ärztlicher Grundversorgung verbessert werden. Investitionen sollen in medizinische Ausbildung, Forschung und Entwicklung fließen. Die UN möchte weltweit den Missbrauch von Tabak und anderen Suchtmitteln wie Alkohol eindämmen und die Zahl der Verkehrsunfälle verringern. Denn ein gutes Gesundheitssystem ist eine Voraussetzung für eine stabile Gesellschaft.

SDG 4 - Hochwertige Bildung

Wie kann Bildung zu einer besseren Gesellschaft beitragen? Die UN setzt sich weltweit für einen Zugang zu guter qualitativer Bildung für alle ein. Nach dem Ansatz des lebenslangen Lernens ist dabei nicht nur die Grund- und Sekundarschulbildung gemeint sondern auch die Erwachsenenbildung. Gute Bildung soll inklusiv alle Menschen dazu befähigen für eine Kultur der Nachhaltigkeit, des Friedens und der Gemeinschaft aktiv zu werden und somit ihre eigenen aber auch gesellschaftlichen Lebensbedingungen zu verbessern. Denn Bildung ist ein Menschenrecht und auch schon Nelson Mandela sagte: „Bildung ist die stärkste Waffe zur Veränderung der Welt“.

SDG 5 - Geschlechter Gleichheit

Vor allem in vielen Ländern haben es Frauen und Mädchen schwer. Oft haben sie weniger Rechte und nicht den gleichen Zugang zu Bildung und Arbeit wie Männer. Teilweise werden sie Zwangsverheiratet oder fallen Menschenhandel zum Opfer. Die UN fordert das Ende aller Formen von Gewalt und Diskriminierungen gegen Frauen und Mädchen. Auch in Europa werden Frauen, die in der Pflege oder im Haushalt arbeiten gesellschaftlich und finanziell weniger wertgeschätzt, Frauen erreichen weniger Führungspositionen in Unternehmen und sind nur selten als Entscheidungsträgerinnen in der Politik aktiv. Daher fördert die UN weltweit Maßnahmen zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern.

SDG 6 - Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen

Nicht überall auf der Welt kommt das Wasser direkt aus dem Wasserhahn. Rund 2,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu Toiletten und etwa 750 Millionen fehlt es an sauberem Trinkwasser. Dabei ist gerade Wasser überlebenswichtig und schmutziges Wasser oft Ursache für Krankheiten. Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht und daher setzt sich die UN für einegerechte Versorgung mit sauberem Trinkwasser für alle ein. Dafür soll die Abwasserentsorgung verbessert, die Verschmutzung durch Chemie und Abfall verringert und so die Wasserqualität erhöht werden. Wasser ist vor allem in vielen heißeren Ländern ein knappes und kostbares Gut.

SDG 7 - bezahlbare und saubere Energie

Für fast alles brauchen wir direkt oder indirekt Energie, ob für unser Licht, das Handy, die Heizung, das Auto oder den Häuserbau. Ein Leben ohne Energieverbrauch ist kaum vorstellbar. Leider ist die Gewinnung von Strom und Wärme aus fossilen Energieträgern mit dem Ausstoß von CO2 verbunden, was zu einem gefährlichen Klimawandel führt. Daher fordert die UN eine klimafreundliche Entwicklung der Energieversorgung aller Menschen mit mehr Erneuerbaren Energien (z. B. Windräder, Solarpanels und Wasserkraftwerke) und eine Verdoppelung der Energieeffizienz.Die Energiewende soll durch mehr Investitionen in Forschung und den Aufbau von Infrastruktur vorangetrieben werden.

SDG 8 - Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Vor allem in den Ländern des Globalen Südens sind viele Menschen arbeitslos oder arbeiten unter unwürdigen Bedingungen mit nur wenigen Rechten. Sie werden oft schlecht oder gar nicht bezahlt, haben keine geregelten Arbeitszeiten und sind körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt, auch Kinderarbeit ist keine Seltenheit. Die UN setzt sich für eine faire Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen für alle ein. Dabei sollen Arbeitgeber besonders Frauen, Jugendliche und diskriminierte Gruppen unterstützen. Wachstum in der Wirtschaft soll von Umweltzerstörung entkoppelt werden, damit mehr Jobs nicht auch mehr Umweltausbeutung und -zerstörung bedeuten.

SDG 9 - Indusrtie, Innovation und Infrastruktur

Zur Infrastruktur gehören neben den Transport- und Energieversorgungssystemen auch Kommunikations- und Informationsnetze wie das Internet. Durch die wachsende Bevölkerungszahl (bis 2050 sollen es 10 Milliarden Menschen sein) und die Zuwanderung in die städtischen Ballungsräume erwartet uns ein großer Infrastrukturwandel. Viele neue Investitionen werden getätigt, neue Häuser, Straßen, Strom-, Internet- und Wasserversorgungssysteme müssen aufgebaut werden. Um dies nachhaltig zu gestalten, fordert die UN hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung, damit zukünftig beim Bau die Ressourcen effizienter genutzt und umweltverträgliche Technologien verwendet werden. Besonders die ärmeren Länder sollen durch bezahlbare Kredite im Aufbau unterstützt werden.

SDG 10 - weniger ungleichheiten

Die Schere zwischen Arm und Reich geht nicht nur zwischen den Ländern, sondern auch innerhalb der Staaten immer weiter auseinander. Die Reichen werden immer reicher und haben somit auch mehr Macht, auf globale Entscheidungen einzuwirken. Ungleichheit führt zu Frustration und Diskriminierung aber auch zu Gewalt und Armut. Die UN hat sich der Reduktion von Ungleichheit verschrieben und fördert Inklusion, also Teilhabe aller Menschen auf politischer, sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Ebene. Konkret sollen Einkommen in den ärmeren Schichten erhöht, Finanzmärkte stärker kontrolliert und Mitbestimmung ärmerer Staaten bei globalen Finanz- und Wirtschaftsentscheidungen gefördert werden.

SDG 11 - Nachhaltige Städte und Gemeinden

Weltweit leben mehr als die Hälfte der Menschen in Städten und viele sind weit größer als unsere Städte in Deutschland. Mexiko City hat über 22 Millionen Einwohner, Berlin dagegen nur etwa 3,5 Millionen. Der Zuwanderung in die Städte nimmt zu, bis 2050 sollen mehr als 70 % der Menschen in Städten leben. Um das Entstehen von Kriminalität und Spannungen in den Ballungsräumen zu vermeiden, muss gut geplant werden. Die UN möchte bis 2030 inklusiver und nachhaltiger Bauen, Slums sanieren, mehr Grünflächen und öffentliche Räume für alle schaffen, Wohnraum für alle bezahlbar machen und das (öffentliche) Transportsystem besser ausbauen, vor allem die ärmeren Länder sollen beim Bau von „grünen“ Städten unterstützt werden.

SDG 12 - Nachhaltige(r) Konsum und Produktion

Täglich landen unzählige Tonnen im Müll: Plastikverpackungen, Essensreste, alte Möbel, Elektrogeräte, Kleidung, Handys – mittlerweile etwa 3,5 Millionen Tonnen. Genauso viel konsumieren wir jeden Tag und vergessen dabei: Die Produktion von Dingen braucht Energie, Rohstoffe und Arbeitskraft und unser Planet hat nur begrenzt von alledem. Damit wir so günstig Produkte kaufen können, müssen Menschen in anderen Ländern für Niedriglöhne arbeiten, Regenwälder werden abgeholzt, Landschaften durch Rohstoffabbau zerstört. Daher fordert die UN nachhaltigen Konsum und eine nachhaltige Produktion, Recycling, weniger Nahrungsmittelverschwendung, nachhaltigere Unternehmensführung und höhere Umwelt- und Sozialstandards in der Wirtschaft. Wir müssen die Menschenrechte achten und die Grenzen unseres Planeten respektieren, um ihn für kommende Generationen lebenswert zu hinterlassen.

SDg 13 - Maßnahmen zum Kllimaschutz

Die Zahl und das Ausmaß der Extremwetterereignisse steigen, immer mehr Dürreperioden und Überschwemmungen zerstören Ernten und Städte und nehmen vielen Menschen so die Nahrungs- und Lebensgrundlagen. Durch unsere Produktions- und Lebensweise haben wir seit der Industrialisierung Unmengen an CO2 in die Erdatmosphäre ausgestoßen. Das CO2 führt zu einer stetigen Klimaerwärmung, was mit mehr und intensiveren Extremwetterereignissen einhergeht. Die Hauptbetroffenen sind Menschen aus dem Globalen Süden wie z. B. in Afrika oder Asien, obwohl es die Industriestaaten sind, die hauptverantwortlich für den CO2-Ausstoß sind. Zur Begrenzung der Klimaerwärmung fordert die UN schnelle Maßnahmen der nationalen Politik, z. B. den Umbau zu Erneuerbaren Energien, eine Reduktion des CO2-Ausstoßes und Finanzierungshilfen für den Globalen Süden.

SDG 14 - Leben unter Wasser

Viele Menschen, vor allem aus den kleinen Inselstaaten und an den Küsten vieler ärmerer Länder, leben von der Fischerei. Doch durch Großkonzerne wurden in den letzten Jahren viele Fischereigebiete geradezu „leergefischt“ und Fischer verloren ihre Lebensgrundlagen. Der Klimawandel führt durch die Übersauerung der Ozeane zu einer Veränderung der Ökosysteme. Plastikmüll schwimmt im Meer, viele Fische und Vögel essen ihn versehentlich und sterben an den nicht verdaubaren Plastikresten. Die UN möchte daher die Verschmutzung der Meere durch Chemikalien und Plastik stoppen, durch politische Maßnahmen nachhaltige Fischerei fördern und die Rechte von ärmeren Inselstaaten stärken. So soll der Überfischung Einhalt geboten werden, damit die biologische Vielfalt der Meere erhalten bleibt.

SDG 15 - Leben an Land

Wälder, Berge, Böden, Flüsse – sie sind die Grundlage unseres Lebens und liefern uns Nahrung, sauberes Wasser und saubere Luft zum Atmen. Durch Waldrodungen, Rohstoffabbau und den Klimawandel sind Gebiete wie z. B. der große Amazonas Regenwald in ihrer Artenvielfalt bedroht. Die UN fordert einen nachhaltigeren Umgang mit der Natur, den Erhalt und die Wiederherstellung unseres Ökosystems, z. B. durch Aufforstungsprojekte und den Schutz der Artenvielfalt durch Maßnahmen gegen den Handel mit geschützten Pflanzen und Tierarten. Wir sollten in Harmonie mit der Natur leben, um die Schönheit und Diversität unseres Planeten zu erhalten und unsere Lebensgrundlage zu sichern.

SDG 16 - Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

Menschen die in Krieg und Unruhen aufwachsen haben später oft mit schweren Traumata und psychischen Problemen zu kämpfen. Eine gesunde Entwicklung einer Gesellschaft setzt Sicherheit und Frieden voraus. Daher fordert die UN eine inklusive Gesellschaft mit stabilen politischen Führungen und Frieden. Denn die Menschenrechte sind unantastbar – überall auf der Welt. Die UN möchte Korruption, illegale Waffenlieferungen und Bestechung bekämpfen und Gewalt und Kriminalität in all ihren Formen beenden. Dafür setzt sie sich für starke Institutionen, eine gut ausgebaute Justiz und eine stärkere Teilhabe ärmerer Länder bei globalen Entscheidungen ein.

SDg 17 - Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Das Erreichen der globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung erfordert eine Zusammenarbeit aller Länder. Die UN fordert starke und optimistische Partnerschaften auf Augenhöhe auf allen Ebenen (persönlich, politisch und wirtschaftlich). Viele der Ziele benötigen gute Finanzierungs- und Planungsstrategien und dafür einen internationalen Austausch in Bereichen der Wirtschaft, Technologie und Innovation. Vor allem die Länder des Globalen Südens müssen unterstützt und erst genommen werden, um gemeinsam für eine bessere Welt für alle zusammenarbeiten zu können.

Stakeholder

Institutionen, Gruppen oder Personen, die ein direktes oder indirektes Interesse am Unternehmen haben und durch die Aktivitäten des Unternehmens beeinflusst werden oder dieses beeinflussen können. Hierzu gehören Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Eigentümer, Kapitalgeber sowie weitere relevante Partner des Unternehmensumfeldes (u. a. Verbände, Nicht-Regierungsorganisationen, lokale Gemeinden). Ein verantwortungsvolles Unternehmen unterhält einen regelmäßigen Austausch (Stakeholder-Dialog) mit seinen relevanten Anspruchsgruppen, um deren Anforderungen zu kennen und entsprechend darauf reagieren zu können.

Triple bottom line - Drei säulen modell

Das Drei-Säulen-Modell der nachhaltigen Entwicklung (Drei-Säulen-Konzept der nachhaltigen Entwicklung) geht von der Vorstellung aus, dass nachhaltige Entwicklung nur durch das gleichzeitige und gleichberechtigte Umsetzen von umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen erreicht werden kann. Nur auf diese Weise kann die ökologische, ökonomische und soziale Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft sichergestellt und verbessert werden. Die drei Aspekte bedingen dabei einander.

UN Global Compact (GC)

Der UN Global Compact ist ein Netzwerk der Vereinten Nationen (UN), das im Jahr 2000 gegründet wurde. Weltweit hat sich bereits eine Vielzahl von Unternehmen dem UN Global Compact angeschlossen. Sie sind dann verpflichtet, die zehn Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung einzuhalten und diese in ihre Unternehmensprozesse zu integrieren. Die Unternehmen müssen regelmäßig einen Bericht veröffentlichen, der über den Fortschritt der Implementierung der zehn Prinzipien informiert, die sogenannte Fortschrittserklärung.

Verhaltenskodex / Code of Conduct

Ist eine Sammlung von Verhaltensregeln bezogen auf ethische Werte, Gesetze und weitere Aspekte der unternehmerischen Verantwortung. Der Verhaltenskodex ist eine Selbstverpflichtung. In einem internen Verhaltenskodex für Mitarbeiter ist das Verhalten untereinander sowie gegenüber Geschäftspartnern (Kunden, Lieferanten, etc.) beschrieben. Ein externer Verhaltenskodex richtet sich hingegen beispielsweise an Lieferanten und fordert die Einhaltung bestimmter Regeln (z. B. Verbot von Korruption, Kinderarbeit, Diskriminierung, etc.). Der Kodex ist eine freiwillige Verpflichtung zur Einhaltung bestimmter Mindeststandards und hat in der Regel keine rechtliche Bindung. Durch Audits können regelmäßig Abweichungen geprüft werden und Korrekturmaßnahmen oder auch Sanktionen eingeleitet werden.

Wertschöpfungskette

Die Wertschöpfungskette umfasst alle zusammenhängenden Unternehmensaktivitäten im betrieblichen Prozess, die zur Gütererstellung benötigt werden. Für die Arbeit an der Nachhaltigkeit ist eine vollständige Erfassung der W-kette unabdingbar. Aus einer vollständigen Kette lassen sich eine Menge Kennzahlen (kpi) erstellen, die zu einer seriösen Planung und Umsetzung eines Nachhaltigkeitskonzeptes beitragen.

Wesentlichkeitsanalyse

In der Wesentlichkeitsanalyse werden die wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen eines Unternehmens ermittelt. Es werden alle Themen gesammelt, die für ein Unternehmen als relevant eingeschätzt werden. Dann werden diese priorisiert. Daneben werden auch die Themen ermittelt, die für die Stakeholder wichtig sind. Daraus lassen sich dann die als wesentlich identifizierten Themen bestimmen.

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